Die kleinen Dinge zählen

Fanyi aus China berichtet von den ersten Monaten ihres Austauschjahres bei Familie Meyer/Timme

Auch heute danke ich mir selbst, dass ich die Entscheidung getroffen habe, nach Deutschland zu kommen. Es gibt mir die Möglichkeit, in einem komplett anderen Land zu leben, was mir die Chance gibt, eine andere Art von Kultur zu erleben, eine andere Sprache zu lernen und neue Freude zu treffen.

Apfelschorle und Butterbrot

Zuerst möchte ich über meine Gastfamilie reden. Für mich sind sie eher eine Familie anstatt einer Gastfamilie. Das ist nicht wegen den großartigen Dingen, die sie für mich getan haben, sondern wegen den täglichen kleinen Dingen, die sie für mich getan haben. Jeden Morgen steht im ersten Stock meine Apfelschorle und meine Brot Dose, die ich zur Schule mitnehmen muss. Dann frühstücken wir zusammen. Am Abend essen wir zusammen Abendessen und bereiten die Brote für die Schule und Arbeit von. Was mich sehr bewegt ist, dass mein Gastvater die Möhren und die Gurken vorsichtig in kleine Stücke schneidet und sie in meine Brot Dose packt. Ich bin auch sehr glücklich, eine Gastmutter zu haben, die eine Lehrerin an der Schule ist, auf die ich gehe. Sie hilft mir mit den Schulsachen und dank ihr alles in der Schule ist perfekt. Sie hat mir die Stadt gezeigt und probiert, mir Deutsch bei zu bringen. Sie bringt mir auch bei, einen Schal zu stricken. Ein Schal kann meinen Nacken wärmen, aber die Person, die mir beibringt, einen Schal zu stricken, kann mein Herz wärmen.

Wie lebenslange Freunde

Dann möchte ich über meine Schule reden. Ich bin jetzt in der Klasse, in der meine Gastschwester eigentlich wäre. Sie ist jetzt in Estland. Vom ersten Tag an gab es immer heut, die mir helfen und mich vorwärtsbringen. Wegen meiner geringen Deutschkenntnisse konnte ich nicht verstehen, was der Lehrer sagte. Das war sehr schwer für mich. Aber mit der Hilfe meiner Klassenkammeraden, Lehrer und sogar von Leuten, die ich nicht kenne, habe ich mich an das Schulleben gewöhnt. Und ich habe wirklich gut Freunde gefunden, von denen ich denke, dass wir für immer Freunde bleiben. Wir teilen dieselben Interessen und begegnen uns mit einem guten Herz. Ehrlich gesagt, kenne ich meine Freunde erst 2 Monate, aber ich habe das Gefühl, wir wären schön lebenslange Freunde.

Theater und Musik

Wenn man in einem anderen Land lebt, kann man auch die Kultur erleben. Bevor ich nach Deutschland komm, hatte meine Gastfamilie bereits, Schülertheatertickets gekauft, die viel billiger sind als in China. Jetzt kann ich jeden Monat zum Sinfoniekonzert mit ihnen gehen. Das letzte Mal hörten wir die Nr.3 Sinfonie von Beethoven. Es ist völlig anders, in Deutschland Musik von einem deutschen Komponisten zu hören.

Das Beste hier ist aber der Theaterklub. Dort treffen sich junge Leute, um Theater zu spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, ob es etwas Besseres gibt, als auf unter Bühnenlicht zu stehen. Vielleicht kann ich nicht so gut Deutsch sprechen, aber ich kann mich darin selbst finden.

Zum Schluss möchte ich YUF danken für die Möglichkeit mein Austauschjahr in Deutschland zu verbringen. Vielen Danke an YFU aus tiefstem Herzen. Und ich möchte auch die Stiftung Mercator. Durch ihre finanzielle Hilfe ist mein Austauschjahr noch besser.

Fanyi, 17 Jahre

Mit dem Gastbruder

Fanyi mit ihrer YFU-Betreuerin

Fnyi mit (Gast-)Katze

Am Familientisch