Tulpen, Käse und Fahrräder

Erfahrungsbericht von Sina, Austauschjahr in den Niederlanden

Jaja, die Niederlande, dieses kleine feine Land, das Land, wo alle Käse essen, auf Holzschuhen laufen und Fahrradfahren. Und ist Amsterdam nicht die Hauptstadt von Holland? Das dachte ich jedenfalls, bevor ich mein Auslandsjahr begonnen habe. Ich war nämlich vor meinem Auslandsjahr noch nie in den Niederlanden und deshalb war es für mich auch nicht so wichtig wohin ich gehe – weit weg oder in die Nähe! Noch in Deutschland hat eigentlich keiner verstanden warum Ich in die Niederlande will, denn es sei dasselbe wie Deutschland, nicht mal die Sprache wäre anders!  Doch nach fast 12 Monaten in diesem wunderschönen kleinen Land kann Ich sagen, dass die Niederlande so viel mehr sind als Tulpen, Käse und Amsterdam!

 

Die beste Gastfamilie der Welt

Im August letzten Jahres machte Ich mich mit dem Zug auf die Reise über die Grenze zu einer kleinen Stadt, direkt am IJsselmeer, eine Stunde von Amsterdam entfernt, zur besten Gastfamilie der Welt! Meine Gastfamilie besteht aus meinem Gastvater Henk, meiner Gastmutter Marja, meinen zwei Brüdern Patrick und Mark und unserem Hund Toos. Meine zwei Gastbrüder sind allerdings beide schon ausgezogen. Ich habe in zwei Familien gewohnt, weil ich nach den ersten zwei Monaten gewechselt habe. Ich hatte keinen guten Klick mit meinem ersten Gastvater und durfte eigentlich nichts. In meiner neuen Gastfamilie, in der ich dann auch das ganze Jahr gewohnt habe, war ich dann erstmal ziemlich überrascht, was ich alles darf, denn meine Gasteltern und Brüder waren echt ziemlich gechillt und Ich bin echt froh, dass ich gewechselt habe. Ich nenne meine Gasteltern auch Mama und Papa und habe echt einen mega guten Klick mit ihnen. Das war auch etwas wovor ich viel Angst hatte: Gastfamilienwechsel. Doch hinterher kann ich sagen, dass ein Wechsel für mich persönlich etwas Gutes war, denn meistens passiert es aus einem guten Grunde und man kann ja immer noch Kontakt zu seiner alten Gastfamilie halten.

 

YFU Camps mit den anderen Austauschschülern

Ich hatte drei YFU Camps im vergangen Jahr. Beim ersten Camp habe ich zum ersten Mal die anderen 80 Austauschschüler aus 30 verschiedenen Nationalitäten getroffen.  Auch haben wir schon ein bisschen Niederländisch gelernt und unsere anfänglichen Ängste wurden uns genommen. Das zweite Camp, das Mid-Year Camp, hat sich um unsere ersten fünf Monate gedreht: Was haben wir schon gemacht, wie geht es uns in unser Gastfamilie und so weiter. Außerdem haben wir über die sechs Monate gesprochen, die noch vor uns liegen: Was wollen wir noch von unserer Bucketlist streichen, welche Städte wollen wir noch sehen und wie viel Frikandel wollen wir noch essen? Letztes Wochenende, beim dritten und letzten Camp, haben wir unser Jahr reflektiert, unseren Abschied geplant und viel geheult. Auch haben wir gegenseitig unsere Flaggen, T-Shirts und Bücher beschrieben, bemalt und unterschrieben.

Meine größte anfängliche Angst war, keine Freunde zu finden. Doch das hätte ich mir einfach sparen können! Denn direkt an meinem ersten Schultag wurde ich zu zwei Partys eingeladen und bin direkt nach der Schule mit zu Freunden gegangen. Auch haben sie mir viel in der Schule geholfen, sei es mit Hausaufgaben, Bücher holen oder mir zu helfen, mich nicht in meiner Schule zu verirren. Mittlerweile weiß Ich gar nicht mehr, wie Ich überhaupt noch ohne sie leben kann! Meine Schule hier war nämlich im Vergleich zu meiner deutschen Schule ziemlich groß, 2.500 Schüler im Vergleich zu knapp 800!

 

So viel mehr als nur Amsterdam

Wenn Menschen an die Niederlande denken, denken sie vor allem an Amsterdam. Was auch eigentlich total okay ist, wären da nicht noch so viele andere wunderschöne Städte wie Utrecht, Groningen und Alkmaar. Ich hatte dieses Jahr eine OV-Chipkart, eine Zugkarte, die man mit Geld auflädt und dann in jedem öffentlichen Verkehrsmittel nutzen kann. Man läuft mit der Karte an einem Art Scanner vorbei und checkt ein oder aus. Ziemlich praktisch also. Mit dieser Karte bin ich beinahe jedes Wochenende in eine andere Stadt gefahren, habe Freunde besucht oder geshoppt.

 

Die Sprache: Ein Mix aus Deutsch und Englisch

Zur Sprache: Niederländisch ist eigentlich ein Mix aus Englisch und Deutsch. Es ist schon ziemlich ähnlich und deshalb konnte ich auch schon nach gut 2 Monaten fließend sprechen. Dass man die Sprache kann, ermöglicht einem im Ausland so viel! Man findet schneller Freunde, knüpft schneller ein Band zu seiner Gastfamilie und es ist einfach mega praktisch im Alltag, wenn man zum Beispiel einkaufen geht.

 

Fahrradfahren in den Niederlanden

Was auch ein spezielles Ding in den Niederlanden ist, ist das Fahrradfahren. Jeder fährt und das bei jedem Wetter, ob es 30 Grad sind (was eher nicht so wahrscheinlich ist), es in Strömen regnet oder Schnee liegt. Ich glaube, es gab keinen einzigen Tag im vergangenen Jahr, an dem ich hier nicht Fahrrad gefahren bin! Insgesamt kann Ich echt sagen, dass mein Austauschjahr in den Niederlanden schon ziemlich cool war, Ich habe so viel über mich und meinen kulturellen Hintergrund gelernt und dass die Niederlande, so klein und nah, doch ein echt tolles Land sind!

 

 

Alle YFU-Austauschschüler vor dem Rijksmuseum in Amsterdam

Sina mit Freundinnen

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