Weg ist weg!

Erfahrungsbericht von Katharina, Austauschjahr in den Niederlanden

Hoi, ik ben Katharina, ik ben 16 jaar oud en ik zit voor een schooljaar in nederland als uitwisselingsstudent. Hallo, ich bin Katharina und verbringe mein Austauschjahr in den Niederlanden.

 

„Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können..."

Mein Austauschjahr begann eigentlich schon etwas mehr als ein Jahr, bevor es wirklich los auf die große Reise ging. Ich habe von der Schwester einer Freundin über die Organisation und die Idee ein Jahr lang ins Ausland zu gehen erfahren, und habe einige Zeit darüber nachgedacht, bis ich meinen Plan meiner Familie erzählt habe. Nach einiger Zeit und viel Überlegen stand fest, dass ich mich bewerben darf. Das habe ich dann auch getan und gehofft, dass ich angenommen werde. Natürlich fand ich es total spannend und konnte es nicht erwarten, bis neue Post von YFU auf dem Tisch lag.

Irgendwann wurde ich zu einem Auswahlgespräch eingeladen. Eigentlich war ich gar nicht aufgeregt. Nur als es los ging ein kleines bisschen. Aber man musste nur man selbst sein, da es viel um die Persönlichkeit ging und besprochen wurde, was man selber in bestimmten Situationen machen würde. Nur wenige Wochen später bekam ich einen weiteren Brief von YFU in dem stand, dass ich endgültig angenommen bin. Als ich zu Hause den Brief vorgelesen habe, musste meine Mutter bei dem Satz „Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können..." anfangen zu weinen. Ich fand das für sie echt traurig, denn es ist für die Eltern auch nicht einfach, ihr eigenes Kind für ein Jahr lang in ein anderes Land gehen zu lassen. Ich bin zwar noch relativ nah an meinem Zuhause, doch weg ist weg!

 

Die Vorbereitung auf DAS Jahr

Mit Ankunft des Briefes ging dann auch der ganze Papierkram los. Es nahm viel Zeit in Anspruch um all die Papiere zu regeln. Immer wieder wegen irgendwelchen Kleinigkeiten zum Arzt rennen um Bescheinigungen abzuholen, Tests zu machen und, und, und ... Ich fand es allerdings nicht langweilig oder blöd oder so, denn es ging immerhin um DAS Jahr und um alles was dich und die Suche einer Gastfamilie betrifft.

Ungefähr zwei Monate vor meiner Abreise hatte ich eine Vorbereitungstagung in ganz genau der Mitte von Deutschland, wo wir eine Woche lang einiges über das Austauschschüler sein und alles rund um das Jahr gelernt haben. Wir hatten echt unglaublich viel Spaß und man lernt so viele nette Leute kennen. Nach der Woche hatte ich echt ein Gefühl von: „Ich habe echt was gelernt und diese Dinge und Erfahrungen werden mir in meinem Austauschjahr weiterhelfen." Ich hatte auch das Gefühl, dass ich noch ein kleines Stückchen mehr offen für das Jahr in den Niederlanden war. Es ist schließlich nicht einfach Freunde und Familie hinter sich zu lassen und komplett neue Menschen kennen zu lernen. Andererseits ist genau das eine tolle Erfahrung. Man findet Freunde aus der ganzen Welt, bekommt unglaublich viele neue Eindrücke, man sammelt Erfahrungen und nebenbei lernt man auch noch direkt eine neue Sprache.

 

Warum gerade Holland?

Mich haben viele meiner Freunde gefragt, warum gerade Holland. Man denkt, es ist nicht echt ein Austauschland, da es das Nachbarland von Deutschland ist und es nicht wirklich weit weg ist. Doch wie gesagt, weg ist weg. Für mich war die Entscheidung nach Holland zu gehen ziemlich einfach, denn ich habe erfahren, dass Teile meiner Familie aus dem Land kommen und mich das ganze umso mehr interessiert hat. Ich begann mit einem Buch aus der Bücherei zu lernen, bis ich zu Weihnachten ein eigenes bekommen habe. Als ich allerdings wusste, dass ich ein Jahr lang in den Niederlanden verbringen werde, habe ich aufgehört zu lernen. Ich konnte nach den nicht mal zwei Monaten lernen noch nicht ganz so viel. Lediglich „Ich heiße..." „Ich komme aus...", kurz gesagt: die Begrüßung.

 

Höhen und Tiefen

Langsam aber sicher kam der Tag meiner Abreise immer näher und ich musste darüber nachdenken, was ich mitnehme. Zum Glück bin ich mit dem Zug in mein neues Zuhause gefahren und nicht mit dem Flugzeug mit einer Kilobegrenzung. Ich habe sowieso schon viel zu viel mitgenommen, aber ich hätte echt nicht alles in die Begrenzung bekommen. Ein paar Wochen vor meiner Abreise habe ich noch die letzten wichtigen Dinge erledigt und eine Abschlussfeier veranstaltet. Es war ein wundervoller Tag mit meinen Freunden und wir konnten nochmal über alles, was wir bisher zusammen erlebt haben, reden und lachen. Ich dachte mir, es ist eine gute Idee um eine Art Gästebuch zu kaufen, wo jeder aus meiner Familie und alle Freunde ein paar nette Sätze reinschreiben und ein paar nette Fotos einkleben konnten. Während des Jahres habe ich da einige Male reingeguckt und ein bisschen geblättert. Vor allem an Tagen, an denen es mir nicht ganz so gut ging.

Ein Austauschjahr ist dafür da, eine wundervolle Zeit zu haben, doch es gehören auch einige „downs" dazu. Im Prinzip kann man das ganze Jahr als eine Wellenbewegung sehen, denn es gibt immer Höhepunkte, aber auch weniger schöne Dinge. Ich muss ehrlich sagen, ich hatte kein Heimweh, trotzdem hat man ab und zu nicht so tolle Momente. Bei mir war es vor allem so, da meine Gastfamilie nicht wirklich passte. Doch als ich gewechselt habe, ging die Wellenbewegung direkt wieder nach oben.

 

Ein Anfang, ein Ende und ein neuer Anfang

Nachdem ich mich von allen verabschiedet hatte und mir nur noch wenige Wochen in Deutschland blieben, habe ich angefangen endgültig meine Koffer zu packen und alles startklar zu machen. Der Tag der Abreise war schon ziemlich spannend, denn meine Familie stand am Bahnhof und verabschiedete mich mit Taschentüchern und mein Zug fiel dann auch noch aus. Doch alles wurde geregelt und ich kam nur drei Stunden später am Hauptbahnhof in s'-Hertogenbosch an. Erst als ich nach dem letzten Umsteigen im Zug saß und mir bewusst machte, dass wenn ich aussteige, meine neue Familie vor mir stehen wird, bekam ich leichtes Kribbeln im Bauch. Ich wurde herzlich mit einer Umarmung meiner Gastschwester begrüßt und auch mit einem Willkommen Plakat. Wir machten eine kleine Rundreise durch die Stadt und fuhren dann nach Hause. Ich packte meine Koffer aus und dann gab es Pizza aus dem eigenen Pizzaofen im Garten. Es war eigentlich ziemlich lustig und wir lernten uns alle ein bisschen kennen.

Ich war drei Monate in der Familie, doch es klappte einfach nicht, also ging YFU schnell auf die Suche nach einer neuen Gastfamilie für mich. Es dauerte auch nicht lang, bis ich mit meinem Betreuer ein Gespräch dort hatte. Wir redeten miteinander und stellten schon nach kurzer Zeit fest, dass wir uns gegenseitig mögen und fassten den Entschluss, dass ich am nächsten Tag nach der Schule umziehen sollte. Es ging zum Glück alles gut und es läuft bis heute immer noch unglaublich gut. Man kann vorab nicht sagen, ob man die Familie wechselt oder nicht, doch falls man wechselt, kann es echt nur besser werden. Wenn neue Austauschschüler nächstes Jahr in einem fremden Land sind und mit ihrer Familie echt überhaupt nicht klar kommen, mit der Organisation geredet haben und sich einfach nicht willkommen fühlen, keine Sorge, YFU versucht eine neue Familie zu finden und ich habe damit echt sehr positive Erfahrungen gemacht!

 

Im Großen und Ganzen ...

Ich habe tolle Sachen mit beiden Familien erlebt und tue es immer noch. Ich habe unglaublich tolle Freunde kennen gelernt und werde sie echt vermissen, wenn ich nach Hause gehe. Am Anfang ist es noch schwer neue Freunde zu finden, doch das klappt, wenn man nur dran bleibt. Am Anfang kommt jeder auf einen zu und findet einen interessant. Doch ab einem bestimmten Zeitpunkt lässt das nach und man muss versuchen sich einzubringen. Man kann natürlich auch in einen Verein gehen. Zum Beispiel Sport oder etwas mit Musik oder etwas anderes. Ich spiele schon so gut wie mein Leben lang Handball und ich war froh, dass ich es hier weiterführen konnte. Wenn das nicht geklappt hätte, hätte ich auch gerne etwas anderes probiert. Man muss offen sein für neue Dinge und einfach ausprobieren.

Ich bin jetzt noch ungefähr einen Monat in meiner Gastfamilie und dann geht es schon wieder nach Hause. Zeit vergeht schnell und gerade an dem letzten Monat merkt man, dass man viele neue Erfahrungen gesammelt hat, viel gelernt hat und vor allem eine Art zweites Leben aufgebaut hat. Langsam beginnt die Zeit des Packens und des Abschiednehmens. Das wird echt schwer, doch ein kleines bisschen freue ich mich auch auf Zuhause. Ich nehme auf jeden Fall alle tollen Erfahrungen mit und lerne auch aus den weniger tollen. Doch im Großen und Ganzen, war mein Austauschjahr eine wundervolle Zeit und ich kann es nur weiter empfehlen.

Katharina mit ihren Freunden

Katharina mit ihrer Gastfamilie

Alles mit dem fiets

Katharina mit holländischen Freunden im Efteling