Herzlichkeit und Gastfreundschaft in Kayseri

Katharinas Praktikum mit Go International in Anatolien

Am 6. August 2015 ging es für mich und acht weitere Programmteilnehmer für vier Wochen in die Türkei, um dort ein Praktikum im Rahmen unserer Ausbildung zu absolvieren. Organisiert und finanziert wurde dieses Projekt durch Youth For Understanding (YFU) und die Deutsch-Türkische Jugendbrücke.

Zunächst hatten wir ein Einführungsseminar mit Freiwilligen und Mitarbeitern von YFU Turkey in Istanbul. Hier sprachen wir über unsere Erwartungen und Wünsche an den Auslandsaufenthalt. Wir bekamen hilfreiche Tipps über das Verhalten in der türkischen Gesellschaft und beschäftigten uns mit türkischer Geschichte und Kultur. In unserer freien Zeit nutzten wir die Möglichkeit, den Großen Basar in Istanbul zu besuchen und einen Blick über den Bosporus zu werfen. 

 

Auf nach Kayseri – Leben in der Gastfamilie

Am nächsten Tag hieß es für uns schon „auf Wiedersehen“ sagen. Zusammen mit einer anderen Teilnehmerin, Ronja, ging es für mich nach Kayseri, einer Stadt in Zentralanatolien. Als wir spät und müde dort ankamen, wurden wir glücklicherweise von unseren Gastfamilien empfangen. Meine Familie bestand aus meiner Gastmutter Dilek, Gastvater Ercan, dem 10-jährigen Çağrı und meiner 19-järigen Gastschwester Sıla. Ihre Wohnung lag im Stadtteil Talas.

Beim gegenseitigen Kennenlernen halfen mir meine Gastgeschenke, so hatte ich zum Beispiel ein Memory dabei und ein Fotobuch über mich. Meine Gastfamilie war sehr interessiert an meinem Leben und an Deutschland generell. Allerdings gab es immer mal wieder einige Sprachschwierigkeiten, da lediglich meine Gastschwester in der Lage war, einfaches Englisch zu sprechen. Glücklicherweise war Sıla aufgrund der dreimonatigen Sommerferien die ganze Zeit zu Hause und half mir bei der Verständigung.

Im Alltag blieb nicht viel Zeit für Unternehmungen. Besonders schön war für mich, als wir eines Abends einen Ausflug in die Berge von Kayseri machten. Dort hatten wir einen fantastischen Ausblick über die Stadt. An einem Wochenende haben wir eine befreundete Familie in Kappadokien besucht. Diese besondere Landschafts- und Felsenformation gehört teilweise zum Unsesco Weltkulturerbe und hat mich ziemlich beeindruckt.

 

Die Youth Factory an der Abdullah Gül University

An unserem ersten Arbeitstag als Praktikantinnen in der Abdullah Gül University wurden Ronja und ich von Tugce, der Leiterin der Youth Factory und Aytac, unserem Ansprechpartner, sowie weiteren Kollegen und Studierenden begrüßt. Nach einer Orientierungseinheit zu Beginn waren waren meine Arbeitstage von vielen interessanten Aufgaben und zwei großen Projekten in der Youth Factory geprägt: einer Recherche mit Präsentation über europäische Austauschorganisationen und Stiftungen sowie der Organisation der „European Week of Sport“.


Ziel der „Week of Sport“ war, Menschen zu vermitteln, dass Bewegung wichtig für die Gesundheit ist. Dies passte gut zu meiner Ausbildung als Kauffrau im Gesundheitswesen und ich konnte sowohl einige Ideen als auch Wissen mit einbringen. In Abstimmung mit meiner Kollegin Lenka und dem Professor der Sport-Fakultät haben wir u.a. einen Schrittzähl Wettbewerb, ein Plakat über optimales Sitzen am Schreibtisch und ein Volleyball Turnier organisiert. Leider fand die European Week of Sport nach meinem Türkei-Aufenthalt statt, aber ich habe schöne Rückmeldung von meiner Kollegin bekommen, dass viele Teilnehmer große Freude an den Veranstaltungen hatten.

Die Kollegen der Youth Factory haben mich mit großer Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft in ihr Team aufgenommen. Gemeinsame Mittagessen und Frühstücke, auch mal ein Volleyball-Spiel, gehörten einfach dazu. Bereichernd und lehrreich fand ich auch den Workshop mit unserem Kollegen Necmi, der langjährige Erfahrungen im Bereich Youth Exchange und Youth Work hat. Dabei ging es z.B. um Fragen wie „Was ist Kompetenz?“ und „Was ist Kultur?“.

 

Junggesellinnen-Abschied und Heiraten auf türkisch 

Ronja und ich wurden sogar zur Henna-Nacht, dem muslimischen Junggesellinnenabschied, und zur Hochzeit von unserer Kollegin Nimet eingeladen und wir haben uns diesen wichtigen Teil der türkischen Kultur natürlich nicht entgehen lassen. Auch mit meinen Kolleginnen Lenka und Özgi habe ich ein Wochenende verbracht. Sie haben mir die besten Shoppingmöglichkeiten in Kayseri gezeigt und um einen besonderen Sonnenuntergang zu sehen, fuhren wir für einen Abend nach Kappadokien.


Der Auslandsaufenthalt hat mir gezeigt, wie vielseitig die Kultur der Türkei ist, die von Tradition und Moderne geprägt ist. Jetzt kann ich die Situation von Menschen besser verstehen, die zwischen zwei Kulturen leben wie die vielen Deutsch-Türkischen Familien hierzulande. Am meisten hat mich aber die Herzlichkeit und die Gastfreundschaft begeistert, mit der ich aufgenommen wurde.

Frühstück mit Freunden

Geburtstagsvorbereitungen für den Gastbruder

Landschaft Kappadokiens

Hochzeit auf Türkisch

Empfangskomitee am ersten Arbeitstag

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Austauschschülerin in der Türkei